Die Netzentgelte 2026 sinken nach den ersten veröffentlichten Preisblättern im Bundesschnitt um knapp zwei Cent pro Kilowattstunde. Haushaltsstrom dürfte trotzdem deutlich über 30 Cent bleiben, an der Rechnung für Photovoltaik ändert das wenig.
Netzentgelte 2026 im Schnitt knapp zwei Cent niedriger
Für 2026 will der Bund 6,5 Milliarden Euro an die vier Übertragungsnetzbetreiber zahlen, um die Netzentgelte zu dämpfen. Die Netzentgelte machen rund ein Viertel des Haushaltsstrompreises aus. Nach den ersten veröffentlichten Preisblättern sinken sie 2026 im Bundesschnitt um knapp zwei Cent pro Kilowattstunde, regional sehr unterschiedlich.
Regionale Unterschiede bei den Netzentgelten
Am stärksten sinken die Entgelte in Regionen mit viel Erneuerbaren-Ausbau, vor allem im Norden und Osten. In Hessen und Süddeutschland fällt die Entlastung moderater aus, bei einigen Netzbetreibern liegt sie unter einem Cent. Ob Ihr Versorger die Senkung weitergibt, sehen Sie an der Preismitteilung zum Jahreswechsel: Versorger sind dazu nicht verpflichtet.
Stromsteuer für Haushalte bleibt, CO2-Preis steigt
Die Stromsteuer wird 2026 nur für produzierende Unternehmen dauerhaft gesenkt. Privathaushalte zahlen weiterhin den vollen Satz von 2,05 Cent. Der CO2-Preis steigt weiter und verteuert Gas und Öl. Die Umlagen bleiben in etwa stabil. Haushaltsstrompreise dürften 2026 leicht sinken, aber deutlich über 30 Cent bleiben.
Solarstrom bleibt deutlich günstiger als Netzstrom
Selbst erzeugter Strom kostet Sie über 20 Jahre gerechnet meist 8 bis 12 Cent pro Kilowattstunde. Gegen 30 bis 35 Cent Netzstrom bleibt der Abstand groß, auch wenn die Netzentgelte um zwei Cent fallen. Die Entscheidung für eine eigene Photovoltaikanlage hängt deshalb nicht an dieser Stellschraube. Stand: November 2025.
Häufige Fragen
Muss der Stromversorger gesunkene Netzentgelte weitergeben?
Nein. Netzentgelte sind Kostenbestandteile, keine Steuern. Ob und wie viel weitergegeben wird, steht in der Preismitteilung zum Jahreswechsel.
Wo finde ich mein Netzentgelt?
Auf der Stromrechnung oder auf der Website Ihres Netzbetreibers im Preisblatt für Haushaltskunden.
Was sind Netzentgelte?
Die Gebühr für Transport und Verteilung des Stroms. Sie fließt an Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber, wird von der Bundesnetzagentur reguliert und ist Teil jedes Stromtarifs.
Warum sinken die Netzentgelte im Norden stärker als in Hessen?
Dort sind die Netze durch den Ausbau der Erneuerbaren besonders teuer geworden. Die neue Verteilung der Kosten entlastet diese Regionen besonders. Der Bundeszuschuss wirkt dagegen über die Übertragungsnetzentgelte, die bundesweit einheitlich sind.
Lohnt sich ein Stromanbieterwechsel 2026?
Ja, wenn Ihr Versorger die Senkung nicht weitergibt. Vergleichen Sie den Arbeitspreis in Cent je Kilowattstunde und den Grundpreis. Neukundentarife liegen oft unter der Grundversorgung.
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