Der Temperatureffekt
Module werden im Datenblatt bei 25 Grad Zelltemperatur gemessen. Auf einem Dach im Juli erreichen sie 60 bis 70 Grad. Je Grad über 25 verlieren gängige Module rund 0,3 Prozent Leistung, bei 65 Grad sind das etwa zwölf Prozent. Moderne N-Type-Module wie die AIKO Neostar liegen mit minus 0,26 Prozent je Grad etwas besser.
Warum der Sommer trotzdem gewinnt
Die Einbußen durch Hitze werden von der Sonnenscheindauer mehr als ausgeglichen: Ein Juni-Tag liefert das Drei- bis Vierfache eines Dezember-Tages. Juni und Juli sind fast immer die ertragreichsten Monate des Jahres. Entscheidend ist eine hinterlüftete Montage, damit die Module Wärme abgeben können, das ist Teil der Dachplanung.
Mittagsspitzen und negative Preise
Im Sommer 2025 gab es an der Börse mehr als 500 Stunden mit negativen Preisen. Neue Anlagen bekommen für Einspeisung in diesen Stunden keine Vergütung. Umso wichtiger ist, was mit dem Strom im Haus passiert: Speicher laden, Warmwasser bereiten, E-Auto laden, und kühlen.
Kühlen mit der Wärmepumpe
Viele Wärmepumpen können den Kreislauf umkehren und über Fußbodenheizung oder Gebläsekonvektoren kühlen. Die Vaillant aroTHERM plus beherrscht das serienmäßig. Der Strom dafür kommt genau dann vom Dach, wenn es am heißesten ist. Ein Raum kühlt so um zwei bis vier Grad ab, kein Klimagerät, aber ein spürbarer Unterschied, praktisch ohne Stromkosten. Stand: Juni 2026.
Häufige Fragen
Kann ich mit jeder Wärmepumpe kühlen?
Nein. Das Gerät muss den Kreislauf umkehren können und die Heizflächen müssen dafür geeignet sein. Fußbodenheizung ja, klassische Heizkörper nur eingeschränkt.
Schadet Hitze den Modulen dauerhaft?
Nein. Der Leistungsverlust ist vorübergehend. Die Leistungsgarantie der Hersteller berücksichtigt normale Alterung.
Was bringt eine Hinterlüftung der Module?
Ein Abstand von mehreren Zentimetern zur Dachhaut senkt die Modultemperatur um bis zu 15 Grad und bringt an heißen Tagen drei bis fünf Prozent mehr Ertrag.
Kann ich mit Solarstrom eine Klimaanlage betreiben?
Ja, und das passt sogar gut: Der Kühlbedarf ist genau dann hoch, wenn die Anlage am meisten liefert. Eine Split-Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion kann zudem in der Übergangszeit heizen.
Was ist bei Gewitter zu beachten?
Die Anlage ist mit Überspannungsschutz ausgestattet und in den Potentialausgleich eingebunden. Bei sichtbaren Schäden nach Hagel prüfen wir die Module im Rahmen der Wartung.
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