Ob eine Wärmepumpe im Altbau funktioniert, hängt von der Heizlast ab und davon, ob die Heizkörper das Haus bei 50 Grad Vorlauf warm bekommen. Beides prüfen wir vor jedem Angebot.
Heizkörper mit niedriger Vorlauftemperatur reichen aus
Nein, und auch kein Passivhaus. Sie braucht ein Gebäude, dessen Heizkörper die nötige Wärme bei niedriger Vorlauftemperatur abgeben können. Ob das so ist, lässt sich messen und berechnen.
Schritt 1: Heizlast nach DIN EN 12831 berechnen
Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ermittelt raumweise, wie viel Wärme das Haus am kältesten Tag braucht. Sie ist die Grundlage für die Gerätegröße. Eine zu groß gewählte Wärmepumpe taktet, verschleißt schneller und verbraucht mehr Strom als nötig. Wir rechnen die Heizlast beim Aufmaß, nicht am Telefon.
Schritt 2: Vorlauftemperatur mit der alten Heizung testen
Stellen Sie im Winter die Vorlauftemperatur Ihrer alten Heizung auf 50 Grad und beobachten Sie, ob alle Räume warm werden. Ist das der Fall, eignet sich das Haus für eine Wärmepumpe. Bleiben ein oder zwei Räume kalt, reicht oft der Tausch einzelner Heizkörper gegen größere Modelle.
Schritt 3: Hydraulischer Abgleich
Nach dem hydraulischen Abgleich bekommt jeder Heizkörper genau die Wassermenge, die er braucht. Er ist Pflicht für die Heizungsförderung und bringt in Altbauten häufig fünf bis zehn Prozent Effizienz. Als Heizungsbaubetrieb führen wir ihn aus und dokumentieren ihn für die KfW.
Wärmepumpen für Häuser mit Heizkörpern
Monoblock-Wärmepumpen wie die Vaillant aroTHERM plus arbeiten mit dem natürlichen Kältemittel R290 und erreichen Vorlauftemperaturen bis 75 Grad. Damit lassen sich auch Häuser mit klassischen Heizkörpern versorgen, bei ordentlicher Effizienz, wenn die Auslegung stimmt. Weil das Gerät leise ist (im Nachtmodus rund 29 Dezibel in drei Metern Abstand), ist auch der Standort im Reihenhausgarten kein Problem. Stand: Mai 2025.
Häufige Fragen
Muss ich den Altbau vor der Wärmepumpe dämmen?
Nicht zwingend, solange die Heizkörper bei 50 bis 55 Grad Vorlauf ausreichen. Eine Dämmung senkt die Heizlast und damit die Gerätegröße. Sie kann auch später erfolgen.
Wie laut ist eine Wärmepumpe im Garten?
Moderne Geräte liegen im Nachtbetrieb bei rund 29 Dezibel in drei Metern Abstand, leiser als ein Kühlschrank. Die Aufstellung planen wir so, dass Abstände zum Nachbarn eingehalten werden.
Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?
Das hängt von Gerätegröße, Warmwasserlösung und nötigen Anpassungen an Heizkörpern und Hydraulik ab. Wir nennen Ihnen nach dem Aufmaß einen Preis mit allen Positionen und rechnen die Förderung gleich dagegen.
Braucht eine Wärmepumpe im Altbau einen Pufferspeicher?
Meist ja, um Taktung zu vermeiden und Sperrzeiten des Netzbetreibers zu überbrücken. Bei Fußbodenheizung kann der Estrich diese Aufgabe teilweise übernehmen.
Kann die Wärmepumpe zusätzlich zur alten Heizung laufen?
Ja, als Hybridlösung. Förderfähig ist dann nur der Wärmepumpenanteil. Wirtschaftlich sinnvoll ist Hybrid vor allem in sehr großen, schlecht gedämmten Häusern.
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