Die Ausgangslage
Viele Anlagen aus den Jahren 2015 bis 2021 laufen ohne Speicher. Damals war das richtig: Speicher waren teuer, die Einspeisevergütung war höher. Heute ist es umgekehrt: Speicherpreise sind seit 2022 um rund die Hälfte gefallen, die Vergütung liegt unter 8 Cent, Netzstrom kostet mehr als das Vierfache.
Was ein Speicher bringt
Ohne Speicher nutzt ein typischer Haushalt etwa 30 Prozent seines Solarstroms selbst, der Rest geht ins Netz. Mit passend dimensioniertem Speicher steigt der Anteil auf 60 bis 70 Prozent. Bei 5.000 Kilowattstunden Solarertrag und 4.000 Kilowattstunden Verbrauch heißt das: rund 1.500 Kilowattstunden mehr Eigenverbrauch im Jahr, jede davon spart den Netzstrompreis statt der Einspeisevergütung.
Welche Größe passt
Als Faustregel gilt eine Kilowattstunde Speicher pro Kilowatt Anlagenleistung, bei Wärmepumpe oder E-Auto etwas mehr. Ein 10-kWp-Dach bekommt also 8 bis 12 Kilowattstunden. Größer ist nicht automatisch besser: Ein Speicher, der im Sommer nie voll wird, kostet Geld ohne Ertrag.
AC oder DC: Die Frage bei Bestandsanlagen
Bei einer bestehenden Anlage entscheidet der vorhandene Wechselrichter. Ist er noch gut in Schuss, ergänzen wir ein AC-gekoppeltes System mit eigenem Batteriewechselrichter, die Anlage bleibt unangetastet. Ist der Wechselrichter älter als zehn Jahre, lohnt oft der Tausch gegen ein Hybridgerät, das Module und Speicher gemeinsam steuert und Notstrom ermöglicht.
Förderung und Steuer
Der Speicherkauf ist für Wohngebäude von der Umsatzsteuer befreit, wenn er zur Photovoltaikanlage gehört. Landeszuschüsse gibt es in Hessen derzeit nicht. Einige Kommunen fördern Speicher einzeln, wir prüfen das für Ihren Wohnort mit. Stand: Mai 2025.
Häufige Fragen
Passt jeder Speicher zu meiner Anlage?
Nein. Bei AC-Kopplung ist der Speicher unabhängig vom Wechselrichter, bei DC-Kopplung müssen Speicher und Hybridwechselrichter zusammenpassen. Wir prüfen das anhand Ihres Wechselrichtertyps.
Wie lange hält ein Speicher?
Lithium-Eisenphosphat-Speicher sind auf 6.000 bis 10.000 Vollzyklen ausgelegt. Bei einem Zyklus pro Tag entspricht das 15 Jahren und mehr. Die Hersteller garantieren meist zehn Jahre.
Kann der Speicher auch Notstrom liefern?
Nur mit einem notstromfähigen Wechselrichter und einer Netzumschaltung. Bei AC-Nachrüstung bringen Systeme wie AlphaESS oder Huawei eine eigene Backup-Box mit.
Wo wird der Speicher aufgestellt?
Im Hausanschlussraum, Keller oder in der Garage, frostfrei, trocken und mit kurzem Weg zum Zählerschrank. Der Platzbedarf entspricht etwa einem schmalen Schrank.
Gibt es für den Speicher eine Förderung?
Bundesweit nicht, aber der Nullsteuersatz auf Umsatzsteuer gilt auch für nachgerüstete Speicher. Einzelne Kommunen zahlen Zuschüsse.
Sie haben bereits eine Anlage? Nennen Sie uns Baujahr und Wechselrichter, wir sagen Ihnen, welcher Speicher passt.
