Die ehrliche Zahl
Eine gut ausgerichtete Dachanlage in Hessen erzeugt im Jahr etwa 950 bis 1.050 Kilowattstunden pro Kilowatt Leistung. Davon fallen rund 80 Prozent in die Monate März bis Oktober. Dezember und Januar bringen zusammen meist nur fünf bis sieben Prozent des Jahresertrags.
Warum das kein Problem ist
Photovoltaik rechnet sich über das Jahr, nicht über den Dezember. Der Sommerüberschuss deckt Ladestrom, Warmwasser und Speicher. Im Winter übernimmt das Netz einen größeren Anteil. Wichtig ist, die Anlage so auszulegen, dass sie im Frühjahr und Herbst noch viel Eigenverbrauch abdeckt, dort liegt der größte Hebel.
Ost-West statt Süd
Für Haushalte, die morgens und abends Strom brauchen, ist eine Ost-West-Belegung oft die bessere Wahl. Sie liefert flacher über den Tag verteilt und nutzt beide Dachhälften. Der Jahresertrag liegt etwas unter einem reinen Süddach, der Eigenverbrauch meist darüber.
Wärmepumpe im Winter
Die Wärmepumpe läuft dann am meisten, wenn die Sonne am wenigsten liefert. Das ist kein Widerspruch: Über das Jahr deckt eine 10-kWp-Anlage typischerweise 25 bis 35 Prozent des Wärmepumpenstroms. Der Rest kommt aus dem Netz, zunehmend über dynamische Tarife, die nachts und bei viel Wind günstig sind.
Schnee und Verschmutzung
Schnee rutscht von geneigten Modulen meist von selbst ab. Ein bis zwei Tage Ausfall sind verschmerzbar. Reinigen müssen Sie die Anlage in der Regel nicht: Regen genügt. Bei starkem Laubfall oder Vogelkot prüfen wir das im Rahmen der Fernwartung und melden uns. Stand: August 2025.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Speicher, wenn er im Winter leer bleibt?
Ja, denn der Speicher verdient sein Geld von März bis Oktober. In dieser Zeit erreicht er meist täglich einen Vollzyklus.
Muss ich Schnee von den Modulen räumen?
Nein. Der Ertragsverlust an wenigen Tagen ist gering, und das Betreten des Dachs ist gefährlich. Geneigte Module werden meist von selbst frei.
Wie viel Neigung ist im Winter ideal?
Steilere Dächer ab 35 Grad fangen die tiefstehende Wintersonne besser ein und werden schneller schneefrei. Flache Dächer bringen dafür im Sommer mehr. Entscheidend ist das Dach, das Sie haben, wir belegen es so, dass der Jahresertrag stimmt.
Lohnt sich eine Anlage auch auf einem Norddach?
Bei flacher Neigung bis etwa 20 Grad liefert ein Norddach noch 60 bis 70 Prozent eines Süddachs. Bei den heutigen Modulpreisen kann sich das rechnen, als Ergänzung zur Hauptfläche.
Wie oft muss die Anlage gewartet werden?
Eine Sichtprüfung alle ein bis zwei Jahre und eine elektrische Prüfung alle vier Jahre sind üblich. Über die Fernwartung sehen wir Ertragsabweichungen sofort.
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