Was ein Balkonkraftwerk kann
Zwei Module mit zusammen bis zu 2.000 Watt Peak, ein Wechselrichter mit 800 Watt Ausgangsleistung, Stecker in die Dose. Ertrag in Hessen: 600 bis 900 Kilowattstunden im Jahr, je nach Ausrichtung. Das deckt die Grundlast: Kühlschrank, Router, Standby, und spart 150 bis 250 Euro im Jahr. Für Mieter ist es oft die einzige Möglichkeit, für Eigentümer ein Einstieg.
Wo es endet
Alles, was über die Grundlast hinausgeht, kommt weiter aus dem Netz: Waschmaschine, Herd, Wärmepumpe, E-Auto. Ein Speicher lohnt sich bei 800 Watt selten, die Überschüsse werden meist unvergütet eingespeist. Und das Dach bleibt ungenutzt, die wertvollste Fläche am Haus.
Was die Dachanlage kann
Eine 8- bis 12-kWp-Anlage erzeugt 8.000 bis 12.000 Kilowattstunden und versorgt mit Speicher 60 bis 70 Prozent des Haushalts, dazu Wallbox und Wärmepumpe. Die Kosten je Kilowattstunde liegen über die Laufzeit deutlich unter dem Balkonkraftwerk, weil Wechselrichter, Zählerschrank und Montage nur einmal anfallen.
Unsere Einordnung
Wer sein Dach nutzen kann, sollte es nutzen. Das Balkonkraftwerk ist für Eigentümer dann sinnvoll, wenn das Dach ungeeignet ist, verschattet, denkmalgeschützt, kurz vor der Sanierung, oder als schnelle Zwischenlösung, bis die Dachanlage kommt. Beides gleichzeitig ist technisch möglich, aber selten wirtschaftlich. Stand: April 2026.
Häufige Fragen
Muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?
Ja, im Marktstammdatenregister. Die Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt seit dem Solarpaket 2024.
Kann ich später vom Balkonkraftwerk auf die Dachanlage umsteigen?
Ja. Das Balkonkraftwerk kann parallel weiterlaufen oder abgemeldet werden. Die Module lassen sich nicht sinnvoll in die Dachanlage integrieren.
Darf ich das Balkonkraftwerk selbst anschließen?
Ja, an eine normale Steckdose, wenn die Anlage die Vorgaben der VDE-Produktnorm erfüllt. Eine Fachkraft sollte prüfen, ob der Stromkreis geeignet ist.
Wie schnell rechnet sich ein Balkonkraftwerk?
Bei 600 bis 900 Kilowattstunden Ertrag und rund 500 bis 900 Euro Anschaffung meist nach drei bis fünf Jahren, vorausgesetzt, der Strom wird tagsüber auch verbraucht.
Und die Dachanlage?
Typischerweise nach acht bis zwölf Jahren bei einer Laufzeit von 25 bis 30 Jahren. Danach liefert sie Strom praktisch ohne Kosten.
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